Entwicklung

Ein großer Vorteil: „OrmoSys“ ermöglicht es, individuell abgestimmte Einlagenkomponenten miteinander zu kombinieren. Die eigentliche Herausforderung bei der Entwicklung des Systems lag laut Fatmir Langmeier darin, eine praktikable und bezahlbare Lösung für die Erstellung der Leistenformen zu finden, über die die Einlagenkomponenten tiefgezogen wer­den. Vorgefertigt sollten sie sein, um Arbeitsprozesse zu beschleunigen und zu vereinfachen. Aber dennoch sollten sie eine hohe Individualität und Variabilität ermöglichen. Die Lösung war für den Orthopädieschuhmacher-Meister aus Oberbayern eine Art Baukastensystem. Langmeiers Idee: Er wollte nicht eine Vielzahl von Leisten für unterschiedliche Füße entwickeln, sondern eine modulare Form. Er entschied sich für eine Leistenform aus einem holzähnlichen Verbundmaterial, die sich wie ein Puzzle aus vier verschiedenen Teilen zusammensetzt – vereinfacht formuliert aus Vorfuß, retrokapitalem Bereich, Mittelfuß und Ferse. Für diese Teile entwickelte Langmeier eine Vielzahl an Varianten, die je nach den Bedürfnissen des Patienten individuell kombiniert werden können. Das Material bietet den Vorteil, dass Anwender, die ihre eigenen Vorstellungen bezüglich der Einlagen haben, die Elemente einfach in ihrem Sinne verändern können.

 

Doch wie hat Fatmir Langmeier die verschiedenen Modulformen entwickelt? Dahinter steckt seine langjährige Erfahrung aus der täglichen Arbeit in der Orthopädieschuhtechnik, der Sport-Videoanalyse und der propriozeptiven Einlagenversorgung. Langmeier kann in seinem großräu­migen Betrieb eine 30 Meter lange Laufbahn mit Videoanalyse, Analysetechniken für den Radsport sowie zur Haltungsanalyse der Wirbelsäule aufweisen. Er hatte bereits die Daten von über 17.000 Patienten samt ihrer Versorgungen dokumentiert, bevor er gemeinsam mit einem Softwarespezialisten begann, die verschiedenen Formen und Module zu berechnen.