Messtechnologie

 

„Einlagen müssen aber beim Gehen funktionieren, also ist es nur folgerichtig, auch dynamisch zu messen“.

 

Ob Trittschaum, Blauabdruck, Gipsabdruck oder Scanner: all diese Techniken haben aus Sicht von Fatmir Langmeier den Nachteil, nur statische Daten zu erheben. Einlagen müssen beim Gehen funktionieren, also ist es nur folgerichtig, auch dynamisch zu messen. Doch auf statische Messungen verzichtet auch OrmoSys nicht: Mit dem Brannock-Fußmesssystem werden die Fußlänge und der Ballenpunkt ermittelt.

 

Bestandteil der OrmoSys-Messtechnik ist zudem eine Druckmessplatte (LorAn), mit der sowohl eine statische wie auch eine dynamische Druckverteilungsmessung durchgeführt werden können. Ergänzend zur dynamischen Druckverteilungsmessung gehört zum Paket ein Free4Act – Sensor. Dabei handelt es sich um einen so genannten lntertialsensor, der mit einem Gürtel um die Hüfte getragen – beim Laufen unter Berücksichtigung der Schwerkraft dreidimensional die Hüftbewegungen beziehungsweise die Hüftrotation ermittelt. Wenn man sieht, dass die Abweichungen der Hüfte bei einem Patienten nach links und rechts sehr unterschiedlich ausfallen, ist es ein Ziel der Einlagenversorgung, hier wieder gleichmäßige Werte zu schaffen. Auch der ungefähre Verlauf der Beinachsen wird berücksichtigt dabei kommt das System ohne Marker aus. Mithilfe von Reflektormarkern werden relevante Punkte auf dem hinteren Ober- und Unterschenkel markiert, eine kleine Kamera filmt den Patienten von hinten. Die gefilmten Punkte werden dann vom Anwender in der Software angeklickt und verbunden. Auf diese Weise erhält er einen Winkel von der Stellung der Beinachsen. Alle Untersuchungsergebnisse und Grafiken lassen sich übersichtlich für den Arzt und den Patienten ausdrucken.

 

Ein großes Erfolgsgeheimnis des „OrmoSys“-Systems ist der intelligente Algorithmus. Sind alle relevanten Daten des Patienten in der Software erfasst, besteht die Möglichkeit, neben den normalen orthopädi­schen Einlagen auch Einlagen für verschiedene Einsatzgebiete zu wählen – zum Beispiel für Hallensportarten, Fußball, Ski, Golf, Wandern, Jogging oder Radfahren. Der Anwender erhält nach der Auswertung der Daten genaue Vorgaben, aus welchen Modulen der Leisten zusammenzusetzen ist und welche Einlagenkomponenten und -materialien gewählt werden müssen.